ETF-Guru

Erleuchtendes vom ETF-Guru – 0415

Die ETF-Woche: Devisenmärkte in Aufruhr, Prognosen und neuer ETF auf Immobilien.

Nachdem die Schweizer Nationalbank den Euro-Mindestkurs aufgehoben hat, wertete sich der Franken innerhalb einer Woche gegenüber dem Euro um 17 Prozent auf. Allerdings legte die Währung auch gegenüber zahlreichen anderen Devisen stark zu.

Da solche Kapriolen der Devisenmärkte für die Anleger zumeist mit Verlusten verbunden sind, lohnt es sich zu währungsgesicherten Produkten zu greifen. Mehr dazu auf 10×10: Währungsrevolution – SNB Mindestkursentscheid.

Quelle: cash.ch

Quelle: cash.ch

Prognosen 2015

Kaum sind die Ergebnisse für das ETF-Jahr 2014 publiziert, wird auch schon mit den neuen Prognosen um sich geworfen. Nach Schätzungen der Deutsche Asset & Wealth Management soll die ETF-Branche in Europa im Jahr 2015 zwischen 15 und 20 Prozent wachsen. Besonders stark entwickle sich aktuell die Nachfrage nach Anleihen-ETF.

Das verwaltete Volumen in den Produkten sei 2014 um 41 Prozent gestiegen, während es bei Aktien-ETF 22 Prozent gewesen seien. Auch für die Zukunft würden überdurchschnittliche Mittelzuflüsse im Obligationensegment erwartet. Einen grossen Nachholbedarf der Emittent bei Produkten für Privatanleger, die verstärkt auf ETF setzten. Darunter fielen beispielsweise ETF-Dachfonds oder so genannte Managed Accounts.

In einer umfassenden Grafik hat 10×10 übrigens die wichtigsten Fakten und Entwicklungen des ETF-Jahres 2014 zusammengefasst: Rekordjahr für ETF

Neues auf dem Parkett

iShares hat die Produktpalette um Immobilien-Mischfonds-ETF erweitert. Der an der Deutschen Börse gelistete iShares MSCI Target US Real Estate UCITS ETF bietet gemäss Unternehmensmitteilung ein ähnliches Risiko-Rendite-Profil wie Direktinvestitionen und gleichzeitig die Liquidität und einen ebenso einfachen Zugang wie ein Real Estate Investment Trusts (REIT). Die Titelauswahl erfolgt durch einen dreistufigen Auswahlprozess: Ein höheres Gewicht erhalten Titel mit einer geringen Volatilität. Der Fremdkapitalhebel, den REIT normalerweise mit sich brächten, werde durch einen Deleveraging-Ansatz gemanagt. Zudem enthält das Barometer kurzlaufende, inflationsindexierte Staatsanleihen, um einen Inflationsschutz zu bieten.

Mit einer spannenden Neuemissionen wartet aber auch die Deutsche Asset & Wealth Management auf. Der Anbieter bietet den weltweit ersten ETF für europäische Hochzins-Unternehmensanleihen mit kürzeren Laufzeiten zwischen ein bis drei Jahren an. Der db x-trackers II iBoxx EUR High Yield Bond 1-3 UCITS ETF erhalten Anleger ein Exposure auf kurzlaufende Hochzinsanleihen der grössten und liquidesten europäischen Unternehmen.

Zudem legt die Deutsche AWM zwei weitere Bond-ETF neu auf. Der db x-trackers II iBoxx EUR High Yield Bond UCITS ETF zielt auch auf das Segment europäischer Hochzins-Unternehmensanleihen ab. Mit 436 Anleihen aus 33 Ländern umfasst der Index jedoch ein wesentlich breiteres Spektrum. Das dritte Produkt, der db x-trackers II iBoxx EUR High Yield Bond Short Daily UCITS ETF gibt die auf täglicher Basis umgekehrte Entwicklung dieses Index wider.

Interessante These

Der ehemalige Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Thomas Mayer, lieferte kürzlich in der FAZ eine interessante These: Je mehr Anleger auf ETF setzen, desto sinnvoller wird es, aktiv zu handeln. Er sieht Vorteile beim aktiven Management. Doch klar ist auch, dass ein solcher Manager sorgfältig ausgesucht werden muss. Das Fazit des ehemaligen Top-Bankers lautet aber: Wer sich die Managerselektion nicht zutraut, soll seine aktiven Entscheide mit passiven Produkten umsetzen.

Digialisierung Vermögensverwaltung

Die Digitalisierung hat viele Branchen umgekrempelt. Auch Banken und das Vermögensverwaltungsgeschäft bleiben davon nicht verschont. So haben sich in den letzten Jahren im angelsächsichen Raum online Vermögensverwaltungs-Plattformen, wie Wealthfront, Nutmeg oder Betterment etabliert.

Die Plattformen helfen dem erfahrenen Anleger innerhalb kurzer Zeit ein individuelles Portfolio, ausgerichtet auf das persönliche Risikoprofil, zu erstellen und zu bewirtschaften. Dabei werden hauptsächlich börsenkotierte Indexfonds eingesetzt. Denn diese sind kostengünstig und innerhalb des abgebildeten Markts breit gestreut.

Die erwähnten Unternehmen haben Erfolg. So konnte Wealthfront innerhalb von lediglich 2,5 Jahren über eine 1,5 Milliarden Dollar Vermögen einsammeln. Oder auch das Pendant in England verzeichnet hohe Zuwachsraten.

Auch in der Schweiz hat sich ein erster unabhängiger Anbieter vorgewagt, True Wealth. Sie sagen: Vermögensverwaltung kann so einfach sein. Mit wenigen Klicks kann ein Anleger sein Portfolio zusammenenstellen und mit einer jährlichen Gebühr von 0,5 Prozent bietet das junge Unternehmen eine sehr attraktive Kostenstruktur.

Ob diese unabhängigen Vermögensverwalter eine ernsthafte Konkurrenz zu den Banken werden, zeigt die Zukunft. Eine Umfrage des Unternehmenberaters strategy+ jedenfalls zeigt, dass diese jungen Wilden definitiv auf dem Vormarsch sind. Regelmässige Informationen zum Banking und Digitalisierung liefert der Finance 2.0 Blog.

Financial Crowd

Twitter ist für viele Finanzprofis nicht mehr als eine Aktie. Dabei diskutieren weltweit über eine Million User über Aktien, Obligationen und Finanzmärkte generell. Nachfolgend einige spannende Tweets.


sentifi.com

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