ETF-Guru

Erleuchtendes vom ETF-Guru – KW 39

Die ETF-Woche: Powershares erwacht, neue ETF-Börse, Nobelpreisträger kaufen ETF, Renditetod Transaktionskosten

Powershares erwacht

In den letzten Jahren gab es seitens Powershares, zumindest in der Schweiz, keine neuen Produkte. Dabei gehört Powershares mit zu den Anbietern, die bereits früh ETF auf alternativ-gewichtete Indizes brachten. Und natürlich ganz besonders bekannt ist der PowerShares EQQQ Nasdaq. Dieser börsengehandelte Indexfonds ist seit über 10 Jahren in der Schweiz und inzwischen mehr als eine Milliarde Dollar schwer.

Nun hat Powershares die Produktpalette hierzulande erweitert mit fünf ETF auf die bekannten RAFI-Indizes. Diese bilden einen Aktienindex nicht nach der Marktkapitalisierung ab, sondern nach fundamentalen Kriterien (Hintergründe dazu hier). Diese Produkte gehören in die Kategorie der «Smart Beta Produkte». Der Name ist eigentlich eher irreführend, viel besser wäre beispielsweise der Begriff «Alternatives Beta».

Folgende Kriterien werden berücksichtigt: Umsatz, Cashflow, Buchwert und Dividenden. Die Indexgewichtung erfolgt aufgrund ihrer Fundamentalbewertung. Eine Analyse zu diesen Indizes in der nächsten 10×10-PDF-Ausgabe im Oktober (hier abonnieren).

Neue ETF Börse für Europa

Letzte Woche teilte die Berner Börse BX mit, dass sie mit der britischen alternativen Börse Bats Chi-X eine europäische ETF-Plattform starten wollen. Diese Partnerschaft soll es möglich machen, dass ETF nicht mehr in jedem europäischen Handelsplatz einzeln kotiert werden müssen. Das führe zu einem schnelleren und günstigeren Handel, heisst es in der Mitteilung.

Wie die NZZ berichtete, soll zudem dem Hochfrenquenzhandel (HTF) ein Riegel vorgeschoben werden. Denn durch extrem kurze Reaktionszeiten erzielen Hochfrequenzhändler mit ihren Algorithmen Milliardengewinne. Dabei bleibt oft der Privatanleger auf der Strecke. Hintergründe: Die wertvolle Millisekunde. 

Wie investiert ein Nobelpreisträger

Harry Markowitz investiert in ETF und auch William Sharpe tut es – beides Nobelpreisträger. Kürzlich gab Sharpe gegenüber der NZZ folgende Ratschläge an Investoren: Bei der Geldanlage möglichst wenige Transaktionen  tätigen und so die Kosten niedrig halten, also Buy-and-Hold. Der zweite Tipp: Bei der Altersvorsorge weitgehend auf Aktien und Obligationen beschränken und schliesslich empfiehlt der Nobelpreisträger den Kauf von Indexfonds und ETF.

Hier weiteres zu Sharpe und Indexing aus der Financial Crowd:

 

ETF nicht gleich ETF

Schon mehrmals haben wir aufgezeigt, dass nicht jeder ETF sich gleich gut entwickelt. Es gibt auch in der Welt der ETF schwarze Schafe. Ein Beispiel:

Es kommt also immer wieder zu unschönen Überraschungen. Die  Gründe dafür sind meist schnell gefunden: Der Selektion wurde zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Einige Tricks und Kniffe bei der Auswahl finden Sie hier.

Automatisches ETF-Portfolio

Die Digitalisierung schlägt mit voller Wucht auf die Finanzbranche. Hierzulande spürt man jedoch noch wenig. Doch eine digitale Gesellschaft verlangt auch digitale Finanzlösungen. In den USA gibt es beispielsweise den Online-Vermögensverwalter Wealthfront. Auf dieser Plattform können Kunden online ein Portfolio mit ETF zusammenstellen und dieses wird von Wealthfront verwaltet. Jahresgebühr: 0,25 Prozent.

Der Erfolg dieser Nicht-Bank ist gigantisch. Nach bereits 2,5 Jahren konnte Wealthfront 1 Milliarde Dollar Assets under Management einsammeln. Der nächste Erfolg könnte demnächst eintreten: Die Firma will an die Börse. Der geschätzte Marktwert aktuell: 4 Milliarden Dollar.

Spannend an dieser Firma: Die ganze Vermögensverwaltung wird mit ETF durchgeführt und die Verwaltung ist extrem günstig. Zudem: Bereits mit wenigen Klicks ist man bei Wealthfront Kunde. Schweizer Banken sollten diese Entwicklung gut verfolgen, denn das Geschäftsmodell ist einfach zu skalieren.

Transaktionen innerhalb eines Fonds

Klassische Anlagefonds wie auch ETF müssen regelmässig ihre Postionen anpassen. Dadurch entstehen Transaktionskosten. Diese sind jedoch nicht in der TER enthalten (Die TER ist wenig aussagekräftig). Das wissen viele Investoren nicht. Die Kosten werden dem Fondsvermögen belastet.

Eine US-Studie zeigte nun, dass vor allem auch wegen diesen hohen Transaktionskosten viele aktive Vermögensverwalter es nicht schaffen, den Index zu schlagen. Mehr dazu in der aktuellen Ausgabe (Renditetod Transaktionskosten).

 


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  1. Andri Peer

    Zu Ihrem Artikel “ETF ist nicht gleich ETF”. Der schlechteste Index-Fonds soll der Rydex S&P 500 C share class sein. Im Artikel im Link ist jedoch von einem aktiven Fonds die Rede und nicht von einem ETF. Auch das Factsheet des Rydex-Fund auf der Seite von Guggenheim Investments ist unter dem Link “Product List – MUTUAL Fund” zu finden.

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