ETF-Guru

Erleuchtendes vom ETF Guru KW 6

ETF Woche: Goldminen kehren zurück, Börsenweisheiten prognostizieren Gutes und beliebte Hebelprodukte.

Willkommen beim 10×10 ETF-Guru. Wöchentlich kommentiere ich das Geschehen rund um Exchange Traded Funds. Mal mehr, mal weniger. Neues, Skurilles, Aussergewöhnliches und ganz Normales. Haben Sie Fragen oder Anregungen, spannende Neuigkeiten oder interessante Marktgerüchte, dann schreiben Sie mir.

Blick zurück

Der erste Monat ist vorbei und wir blicken zurück. Im 2013 standen Goldminen-Aktien auf den Verkaufslisten ganz oben und die Performance lies zu wünschen übrig. Doch das Bild hat sich gewendet und der Jahresstart ist mehr als geglückt. Fortgesetzt hat sich hingegen die schwache Entwicklung der Schwellenländer.

Natürlich zählen auch auf Produkteebene die Goldminen-ETF zu den Überfliegern. Fast gleichauf liegt der Vietnam-ETF. Grösste Verlierer waren hingegen die Märkte Chile, Brasilien und Türkei.

«As goes January, so goes the year»

Anleger schlagen sich gerne mit den unzähligen Börsenweisheiten herum. Eine – von Yale Hirsch 1972 ins Leben gerufen – ist das Januar-Barometer: «As goes January, so goes the year.» Die Regel ist denkbar einfach: Steigen die Märkte im Januar, so werden die Märkte auch in den weiteren elf Monaten ansteigen. Dasselbe gilt natürlich auch für sinkende Kursnotierungen. Inzwischen gibt es auch zahlreiche Analysen dazu. Blickt man die letzten 25 Jahre zurück, so stimmte das Januar-Barometer, gemessen am amerikanischen Aktienmarkt, 16 mal.

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Quelle: benzinga.com

Damit nicht genug. Bei den Amerikaner gehört eine weitere beliebte Theorie zum Repertoirs, nämlich der Super Bowl Indikator. Dieser besagt: Gewinnt ein Team der National Football Conference (NFC) , so steht den Aktienmärkten ein positives Jahr bevor. Schenkt man dieser Theorie Glauben, so wird es ein gutes Börsenjahr, denn die Seeadler haben die Denver Broncos aus dem Stadion gefegt. Die Börsianer an der Wall Street wird es freuen. Die Trefferquote des Super-Bowl-Indikators liegt übrigens bei beachtlichen 80 Prozent. Dennoch Vorsicht walten lassen. Es gilt: Bei allen Indiktoren bestätigen Ausnahmen die Regel.

Wie dem auch sei, eigentlich steht für so manchen Zuschauer weniger das Sportereignis selbst im Vordergrund, sondern viel mehr das Show-Programm und die Werbung. Kein Wunder überbieteten sich dieses Jahr wieder diverse Konzerne mit spektakulären Werbespots. Einen davon möchte ich Ihnen nicht vorenthalten.

Beliebte Hebelprodukte

ETF sind längst nicht mehr nur dazu da einfach einen Markt abzubilden. Vielmehr ermöglichen Short- und Leverage-ETF mit einem Hebel zu investieren.  Bei Short-ETF  führt die negative Kursentwicklung eines Indix zu einem Wertzuwachs – ein Anleger spekuliert also auf eine Baisse. Bei Leveraged- Indexfonds kommt ein Hebel zum Einsatz, was zu einer allfälligen überproportionalen Wertsteigerung führt. Klingt gut und ist auch bei Anlegern immer beliebter. Die europäischen Anbieter verzeichneten Zuflüsse in Höhe von 249 Millionen Dollar. Insbesondere Produkte auf Anleihen und Währungen erlebten starke Zuflüsse. Nach Angaben von ETF Securities sind weltweit bereits mehr als 50 Milliarden Dollar in solche ETF investiert. Um das wachsende Interesse an dem Marktsegment aufzugreifen, will ETF Securities sein Angebot weiter ausbauen. Bereits im zweiten Quartal sind neue Produkte geplant.

Doch der Einsatz solcher Short- und Leverage-ETF will gut überlegt sein, denn die Pfadabhängigkeit macht die Performance für viele schwer nachvollziehbar. Lutz Johanning, Professors für Kapitalmarktforschung schreibt dazu in seiner 10×10 Kolume: «Das tägliche Rebalancing bewirkt, dass die Renditen über längere Zeitfenster pfadabhängig werden. Über das Ergebnis entscheidet folglich nicht mehr allein der Endwert eines Basisindex, sondern  auch der Pfad, auf dem dieser erreicht wird.» Dort gibt er auch noch ein Beispiel, dass die Auswirkungen aufzeigt:

2013-05-Kolumnengrafik

Wissen ist Macht

Das ist auch im Bereich von ETF nicht anders. Um sich das nötige Wissen anzueignen, bieten bereits viele Anbieter Lexika, Leitfäden, Produktwissen und ähnliches an. Nun zieht auch ETF Securities mit ETPedia nach. Auch wenn der Wegweiser zum Teil sehr ins Detail geht und auch verschiedene Swap-Arten erklärt, so finde ich, dass der Unterschied von ETC, ETN und ETF etwas zu kurz kommt. Aber wer suchet, der findet: « ETCs und ETNs werden nicht als Fondsanteile, sondern als Schuldverschreibungen ausgegeben.» Wer genauer nachlesen möchte, wird auch im 10×10 Wissen fündig. Eine Zusammenfassung der unterschiedlichen Produktrisiken bietet allerdings diese Grafik:

Unterschiede

Neuemissionen

State Street hat das Angebot in der Schweiz erweitert. Zu den Neukotierungen zählen auch spannende Dividenden-ETF.

Ein interessanter ETF kommt aus der Schmiede der Deutschen Bank, der Mittelstand & Mid Cap Germany. Abgedeckt werden mittelständische Unternehmen. «Wir wollen den Mittelstand über den MDAX und den SDAX hinaus zugänglich und zugleich liquide handelbar machen», wird Kai Bald, Leiter des öffentlichen Vertriebs von finanzen.net zitiert.


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