ETF-Guru

Erleuchtendes vom ETF Guru KW7

Die ETF-Woche: Umkämpftes Europa, Kostensenkungen, Übernahme und den Profis über die Schulter geschaut.

Willkommen beim 10×10 ETF-Guru. Wöchentlich kommentiere ich das Geschehen rund um Exchange Traded Funds. Mal mehr, mal weniger. Neues, Skurilles, Aussergewöhnliches und ganz Normales. Haben Sie Fragen oder Anregungen, spannende Neuigkeiten oder interessante Marktgerüchte, dann schreiben Sie mir.

Preiskampf

Eigentlich kennen wir solche Zustände vor allem aus den USA. Dort wurden in den vergangenen Jahren reihenweise die Gebühren für ETF gesenkt und die Anbieter lieferten sich einen wahren Preiskampf. Nun aber werden auch hierzulande die Kosten nach unten angepasst. Den Anfang machte die UBS, die bereits im September eine Zusammenlegung der beiden Anlageklassen beschlossen hat. Mitte Februar werde nun die I-Anteilsklasse, die bislang institutionellen Investoren vorbehalten war, in die A-Anteilsklasse integriert und alle Preise auf das Niveau der I-Klasse gesenkt.

Dem nicht genug: die Deutsche Bank will mehr im Geschäft um die Grossen mitmischen. Bei vier ETF werden die Verwaltungskosten auf 0,09 Prozent gesenkt. «Wir wollen damit besonders grosse institutionelle Investoren wie Pensionsfonds, Versicherungen und Staatsfonds als Kunden gewinnen, die ihr Geld bisher nicht oder nur in geringem Ausmass in ETF stecken», sagte Deutsche-Bank-Manager Simon Klein der Nachrichtenagentur Reuters. Das ist eine klare Kampfansage gegen Anbieter wie BlackRock oder Vanguard. Gesenkt werden die Preise bei ETF auf den deutschen Leitindex Dax, den britischen FTSE 100, den EuroStoxx 50 und den amerikanischen MSCI.

Was machen die Profis?

Dass der Schritt der Deutschen Bank mehr Gelder in die Kassen schwemmen könnte, ist klar, denn immer noch tummeln vor allem Profianleger im ETF Markt. Sie verantworten  immer noch die ganz grossen Tickets. Da fragt sich mancher, wo investieren diese? Die Reasearch der Deutschen Bank hat zeigte kürzlich in einer Studie, in welche Nationen die grössten Zuflüsse im Januar stattfanden. Da lagen in den Schwellenländer Brasilien und Türkei weit oben auf der Kaufliste. Bei den Industrienationen flossen Neugelder insbesondere in die Märkte Japan, UK und Spanien.

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Kostenvergleich

Ingesamt zeigt sich ein Trend hin zu einer tieferen Gesamtkostenquote (Total Expense Ratio, TER). Diese Zahl gibt Aufschluss über alle Kosten, die bei einem ETF jährlich anfallen. Dazu gehören die Verwaltungsgebühren und Depotbankgebühren. Im TER nicht inbegriffen sind die Transaktionskosten. Im Durchschnitt sind die Gebühren in den letzten fünf Jahren von 0,4 auf 0,32 Prozent gefallen, berichtet cash.

Und laut dem Fondsanalysehaus Morningstar dürfte der Kostendruck auf die Anbieter weiter zunehmen. Die Kosten liegen zumeist zwischen 0,1 und 0,5 Prozent. Bei aktiv verwalteten Fonds hingegen müssen Anleger im Schnitt 1,8 Prozent bezahlen. Dass viele Fondsmanager aber ihr Geld nicht wert sind, ist kein Geheimnis mehr. Eine Grafik des US-Fondshauses Vanguard zeigt auf wie sich die Fonds in den vergangenen Jahren entwickelt haben und wie wenige Fondsmanager tatsächlich eine Mehrrendite erzielten:

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Wisdom Tree greift nach Europa

Boost-ETF ist auch europäischen Anlegern durchaus ein Begriff. Das Unternehmen mit Sitz in London ist vor allem im Bereich sogenannter Smart-Beta-ETF aktiv. Nun hat der US-Anbieter Wisdom Tree eine Mehrheitsbeteiligung, genauer gesagt 75 Proozent, an Boost übernommen.

Mit diesem Schritt greift der amerikanische Vermögensverwalter nun nach dem europäischen Markt. Wisdom Tree will 20 Millionen Dollar in das Geschäft investieren und will ein ausgewähltes Angebot an ETF lancieren.

Anleger kehren Aktien den Rücken zu

Kaum ist der Jubel über das neue Rekordjahr 2013 verstummt, da werden auch schon die Januar-Zahlen serviert. Doch der Jahresauftakt verlief eher mässig. Im Januar verzeichnete die ETP-Branche Nettomittelabflüsse in Höhe von 9,7 Milliarden Dollar. Damit ist die Branche schwächer gestartet als in den beiden letzten Jahren. Gemäss ETF Landscape von BlackRock wurden 10,8 Milliarden Dollar aus Aktienprodukten abgezogen. Ein Blick auf die Zahlen.


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