Abenteuer Krypto: 5 Coins unter der Lupe

Der Kryptomarkt wächst. Das Wachstum wird in erster Linie von professionellen Anlegern bestimmt. Doch neben dem Bitcoin gibt es weitere spannende Krypto-Assets. Wir zeigen fünf Insights zu unterschiedlichen Tokens.

Text: Rino Borini

Der Kryptomarkt ist schnelllebig und volatil. Wer sich in regelmässigen Abständen die Ränge 10 bis 50 der grössten Kryptowährungen anschaut, wird eine hohe Fluktuation feststellen. Ständig erscheinen neue Kryptowährungen, während andere so schnell verschwinden, wie sie gekommen sind. Doch insgesamt nimmt die Akzeptanz von Kryptowährungen weiter stark zu: Mittlerweile gibt es weltweit mehr als 300 Millionen Kryptonutzer und über 18’000 Unternehmen, die Kryptowährungen als Zahlungsmittel akzeptieren.

Dass das Kryptogeschäft trotz diverser Regulierungshürden boomt, zeigen auch die Zahlen von Coinbase: Im zweiten Quartal 2021 verbuchte die börsenkotierte Kryptobörse einen Gesamtumsatz von rund zwei Milliarden Dollar. Noch beeindruckender ist der Gewinn von 1,6 Milliarden Dollar – eine Steigerung um mehr als 107 Prozent gegenüber dem 1. Quartal.

Die derzeitige Situation ist vergleichbar mit den Anfängen des E-Commerce. So wie damals immer wieder neue Anbieter aufkamen, treten heute fast täglich neue Kryptowährungen oder Blockchain-Projekte auf den Plan, andere verschwinden. Dies geschieht immer schneller, was zu einem exponentiellen Wachstum der blockchain-basierten Produkten und Dienstleistungen führt. Bei einigen Projekten gilt, das auch für die Kursentwicklung: Hohe zweistellige Kurssteigerungen sind nicht die Seltenheit.

Fünf Krypto-Assets in einer Kurz-Analyse:

Bitcoin ist höher bewertet als Facebook

Die Gesamtkapitalisierung des Kryptomarktes betrug Anfang Oktober 2021 rund 2,2 Billionen Dollar. 42 Prozent davon vereinnahmt Bitcoin, dahinter folgt Ethereum mit rund 19 Prozent. Trotz der starken Marktverwerfungen im Frühling 2021 konnte Bitcoin seit Jahresbeginn um 115 Prozent zulegen und erreichte um den 20. Oktober ein neues Allzeithöchst.

Wäre Bitcoin ein Unternehmen, dann wäre die Mutter aller Kryptowährungen – gemessen an der Marktkapitalisierung – die sechstgrösste Firma der Welt.

Tether – Nicht alle Kryptos sind volatil

Tether gehört in die Kategorie «Stablecoin». Der Begriff sagt es bereits: Der Wert ist an Fiatgeld gekoppelt, in diesem Fall an den Dollar. Mit diesem Coin können Anleger Kryptos besitzen, ohne der signifikanten Volatilität von Bitcoin Co. ausgesetzt zu sein. Das in Stablecoins investierte Vermögen bleibt also im Kryptomarkt, ohne dass sie in echte Devisen getauscht werden müssen. Dies erleichtert Investitionen, zum Beispiel in den wachsenden DeFi-Bereich.

Stablecoins wachsen derzeit sehr schnell. Im zweiten Quartal 2021 erreichte die kumulierte Geldbasis über 107 Milliarden Dollar, ein Anstieg um satte 800 Prozent im Jahresvergleich. Darüber hinaus handelten Stablecoins allein im zweiten Quartal ein unglaubliches Volumen von 1,7 Billionen Dollar. Insgesamt hat sich die Marktkapitalisierung der Stablecoins nur schon in diesem Jahr vervierfacht, mittlerweile beträgt sie mehr als 100 Milliarden Dollar. Wenig überraschend legen Regulierungsbehörden und Zentralbanken ein besonderes Augenmerk auf Stablecoins.

Solana – die Kursrakete

Während im September einige Kryptowährungen einbrachen, legte Solana eine wahre Kursexplosion hin – die Rekordmarke von 205 Dollar wurde am 20. Oktober 2021 erreicht. Die erst im Jahr 2020 lancierte Kryptowährung schafft es innert kurzer Zeit unter die Top 10 der grössten Kryptowährungen. Allein seit Jahresbeginn legte der Kurs insgesamt um 11'128 Prozent zu.

Solana wird oft als «Ethereum-Killer» bezeichnet, da ihre Blockchain ein Netzwerk der dritten Generation mit bedeutend besserer Skalierung ist. Solana setzt auf ein System zur kryptografischen Zeitstempelung, das derzeit 65’000 Transaktionen pro Sekunde verarbeiten kann. Niemand sonst kommt dieser Geschwindigkeit nahe, auch Visa nicht. Der Kreditkartenanbieter soll 24’000 Transaktionen pro Sekunde verarbeiten können, aber diese werden erst einige Tage später abgewickelt. Der eigentliche Geldtransfer von einem Bankkonto auf ein anderes findet also mit Verzögerung statt, bei Kryptowährungen ist dies nicht der Fall.

Cardano will in jedes Smartphone

Ähnlich wie Solana will auch Cardano die Blockchain der nächsten Generation bauen – beziehungsweise geschieht es bereits. Seit Anfang Januar ist der Cardano-Kurs um 1080 Prozent gestiegen. Die Kryptowährung, die den eigenen Coin Ada für Transaktionen verwendet, ist – gemessen an der Marktkapitalisierung – mittlerweile die viertgrösste Cyberwährung. Cardano wurde 2015 von Charles Hoskinson ins Leben gerufen, einem der Mitgründer von Ethereum.

Das erklärte Ziel besteht darin, möglichst viele Fehler bestehender Blockchains auszumerzen – Cardano setzt darum auf ein grosses Netzwerk an Wissenschaftlern. Die Cardano Foundation ist übrigens im Crypto Valley Zug angesiedelt, so wie auch die Solana Foundation. Gründer Hoskinson hat eine klare Vision, die er kürzlich am Cardano Summit vor über 10‘000 virtuellen Gästen verkündet hat. Er will seine Blockchain-Technologie der breiten Masse zugänglich machen – Cardano müsse künftig auf jeden Browser und auf jedes Smartphone kommen.

Avalance mit gefüllter Kriegskasse

Avalanche (AVAX), eine relativ junge Blockchain für Smart Contracts und DApps (dezentrale Applikation), hat ein massives Investment erhalten: Insgesamt 230 Millionen Dollar konnte die dahinterstehende Avalanche Foundation einnehmen. Damit hat der Ethereum-Herausforderer eine der grössten Investmentrunden in diesem Jahr erhalten. Im Zuge dieser Finanzierungsrunde ist der Kurs eines Token auf ein neues Allzeithoch von fast 77 Dollar geklettert. Das entspricht dem Sechsfachen des Wertes, den AVAX noch vor drei Monaten hatte.

Dezentrale Börsen, Krypto-Kredite und NFTs, aber auch staatliche Identitätsverfahren – all das würden die Entwickler von Avalanche gerne in ihrer Blockchain laufen sehen. Einige Beispiele gibt es bereits, doch im Vergleich zum Branchenprimus Ethereum (oder auch Solana) ist die Zahl der Anwendungen noch gering. Doch das Interesse an Avalanche steigt, und verschiedene Anbieter von dezentralen Exchanges und NFTs haben sich für Avalanche entschieden.


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