In Kryptowährungen mit ETP investieren

Der Hype um Kryptowährungen ist nach wie vor ungebrochen. Immer mehr Anleger interessieren sich für diese neue Anlageklasse. Die Kursschwankungen bleiben weiterhin heftig und somit sind Krypto-Assets nur für Investoren mit starken Neven geeignet. Dank ETP haben Anleger jedoch einen einfach Zugang in diese Anlageklasse. Die Gefahr des Fomo-Effekts besteht auch in diesem Segment.

 Anleger setzen auf Krypto-ETP Inhalt

Die Nachfrage nach Kryptowährungen hat in diesem Jahr weiter zugenommen. Viele professionelle Anleger, wie Family Offices oder Vermögensverwalter, allokieren inzwischen Krypto-Assets in ihre Portfolio. Aber auch bei Privaten steigt die Nachfrage.  Für das steigende Interesse sind nicht nur die steigenden Notierungen vieler Coins verantwortlich, sondern auch das steigende Produktangebot. Mit einfachen Finanzprodukten, die über einen regulierten Marktplatz handelbar sind, sind die Eintrittshürden für viele Investoren gefallen.

Denn wenn Investoren in Krypto-Assets einen Teil ihres Vermögens anlegen müssen, stellt sich die Frage, ob ein indirektes Investment via eines Finanzprodukts gegenüber einem Direkt-Investition zu bevorzugen ist. Ein direktes Investment ist bedeutend komplizierter. Die Investoren müssen sich insbesondere mit der Verwahrung der Private Keys auseinandersetzen. Denn die Privatschlüssel sind der Zugang zu seinen Krypto-Assets. Verliert man diese Zugangssschlüssel, dann hat ein Investor auch keinen Zugriff auf sein Kryptovermögen mehr (Was ist der Public- und Private Key? Lesen Sie dazu mehr bei unserem Partner «House of Satoshi»).

In Krypto ETP anlegen 

Für viele Anleger, egal ob Private oder Professionelle, ist ein direktes Investments, insbesondere wenn es um eine höhere Summe geht, zu riskant oder zu kompliziert. Sie bevorzugen lieber den einfachen Weg über die Börse, indem sie in ein reguliertes Finanzprodukt anlegen können. Deswegen haben Exchange Traded Products (ETP) auf Krypto-Assets, die an der Schweizer Börse zugelassen sind, eine hohe Beliebtheit. Das widerspiegelt sich im Börsenumsatz. Insgesamt sind rund 50 ETP auf Kryptowährungen an der SIX Swiss Exchange zugelassen. Im April 2021 verzeichneten diese Produkte einen Handelsumsatz von 845 Millionen Franken. Gegenüber dem Vormonat konnte dieses Segment um 36% wachsen. Der Umsatz seit Jahresbeginn übertrifft sogar den Umsatz des gesamten Vorjahres um 194%.

Top 5 ETP im April an der Schweizer Börse

Vor- und Nachteile ETP

ETP sind einfache Produkte. Sie bilden den Kursverlauf einer Kryptowährung oder einen Basket beziehungsweise einen Index mit mehreren Kryptowährungen nahezu 1:1 ab. Der Vorteil liegt im einfachen Kauf und Verkauf sowie im Handling: Denn ETP können wie eine Aktie an der Börse ge- und verkauft werden und sind nach Kauf im Depotauszug aufgeführt.

Durch die Market Maker Pflicht, welche eine Anforderung der Börse ist, hat der Investor zu Börsenzeiten immer verbindliche Kurse.  Die Market Maker bei ETP sind in der Regel unabhängig vom Produktanbieter, was im Vergleich zu strukturierten Produkten seine Vorteile hat.

Im Vergleich zu den bekannten ETF, sind ETP als Schuldverschreibungen aufgesetzt. Das bedeutet: Würde der Anbieter Konkurs gehen, sind die Vermögen nicht wie bei einem ETF geschützt. Doch die ETP-Anbieter investieren in der Regel physisch in die zugrundeliegenden Kryptowährungen. Das Vermögen ist also zu 100% gedeckt. Und die bereits erwähnten Private Keys sollten unabhängig gesichert gelagert werden. Das ist ein wichtiges Merkmal bei der Analyse eines ETP auf Krypto-Assets: Wo ist das Vermögen beziehungsweise die Private Keys gesichert.

Kosten nagen an der Rendite

Auch der Kostenaspekt muss geprüft werden, letztlich sind diese für die Nettorendite relevant. Nebst der jährlichen Verwaltungsgebühr ist auch der Spread, also die Differenz zwischen An- und Verkaufskurs, zu prüfen. Das ist insbesondere bei aktivem Handel wichtig. Die Schweizer Börse rechnet täglich eine Kennzahl aus, welche über die Qualität des Market Makings Auskunft gibt (siehe dazu: Market Quality Metrics).

Dazu können auch weitere Kosten bei Portfolioveränderungen entstehen oder je nach Produkt fallen Einstiegs- und Ausstiegskosten an. Die Kostentransparenz ist jedoch gegeben, dazu müssen alle Anbieter per Gesetz ein Kundeninformationsdokument (KID) auf ihrer Webseite zur Verfügung stellen, in welchem alle Kosten wie auch Risikofaktoren aufgeführt sind. Bei ETP mit einer aktiven Strategie kann zudem noch eine Performance-Fee anfallen.

Nebst den erwähnten börsengehandelten Produkten (ETP) bieten auch strukturierte Produkteanbieter Krypto-Assets an. An vorderster Front Bank Vontobel, die als erster Anbieter überhaupt Krypto-Anlagen über ein Finanzprodukt an die Börse brachte. Inzwischen auch auch Leonteq ein Angebot geschaffen. Auch bei diesen Produkten gilt es, die Kosten wie auch die Art der Verwahrung beziehungsweise Sicherung, zu prüfen.

Bei einem passiven Ansatz profitieren Anleger von der Rendite, die der Basiswert 1:1 liefert. Bei Basket beziehungsweise Indexprodukten kauft man hingegen den Marktdurchschnitt und die Vergangenheit. Denn das Krypto-Universum ist enorm dynamisch. Indexprodukte bilden in der Regel die zehn grössten Kryptowährungen ab und passen ein bis zweimal im Jahr die Zusammensetzung an.

Achtung Fomo

Doch nach wie vor müssen Anleger mit heftigen Kursreaktionen umgehen können und ein Investment in eine Kryptowährung ist alles andere als trivial. Wenn ein Investor in Krypto-Assets investieren will, so muss er sich mit der Materie befassen. Die Gefahr von Fomo, also Fear of missing out (Angst, etwas zu verpassen), lauert auch im Kryptobereich. Dabei geht es darum, eine potenzielle lukrative Investition oder Handelsmöglichkeit zu verpassen und Investoren deswegen Entscheidungen auf der Grundlage von Emotionen treffen – also die Angst, etwas zu verpassen – und nicht von Logik und Wissen.


sentifi.com

Top 10 meistdiskutierte Werte



Kommentar schreiben

  • (will not be published)