ETF-Guru

Erleuchtendes vom ETF-Guru

Die ETF-Woche: Kampf gegen Fragmentierung, Chinas Goldliebe und Facebooks-Aufstieg.

Willkommen beim 10×10 ETF-Guru. Wöchentlich kommentiere ich das Geschehen rund um Exchange Traded Funds. Mal mehr, mal weniger. Neues, Skurilles, Aussergewöhnliches und ganz Normales. Haben Sie Fragen oder Anregungen, ein paar spannende Neuigkeiten oder interessante Marktgerüchte, dann schreiben Sie mir.

Kampf gegen Fragmentierung

Der ETF-Handel in Europa ist scheinbar vielen Anbietern ein Dorn im Auge. So werden immer wieder neue Initiativen ergriffen, um dem Handel auf die Sprünge zu helfen. Grund dafür ist, dass Europa den USA deutlich hinterherhinkt. Während der US-Markt bereits 1,669 Billionen Dollar schwer ist, kann Europa mit 413 Milliarden nur davon träumen. Nun nimmt sich auch der europäische Börsenbetreiber der Thematik an. Euronext startete Anfang Dezember ein Liquiditätsprogramm. Market Maker können nun ETF und ETF-ähnliche Produkte kostenlos handeln, sofern die Handelsvolumen der Produkte ein Viertel oder mehr der gesamten durchschnittlichen Handelsvolumen des Monats ausmachen. Euronext-Mitglieder haben bislang 0,55 Basispunkte bezahlt, Market Maker erhielten 50 Prozent Rabatt. Mit dem Programm soll die Volumen des OTC-Handels zurück an die Börse gebracht werden. (Mehr zu Handel von ETF)

BlackRock kämpft unterdessen gegen die Fragmentierung der Börsen (Mehr zu Europäischer Markt leidet unter Fragmentierung). Zu diesem Zweck will der Anbieter den ersten cross-border-ETF lancieren. Damit könnten die Handelskosten gesenkt werden und das Wachstum des europäischen Markts angetrieben werden.

China fliegt auf Gold

Und schon wieder reden wir über das Edelmetall, obwohl es doch eigentlich überall auf den Verkauflisten steht. Und Maurice Pedergnana, Chefökonom der Zugerberg Finanz, sagte in den Prognosen 2014 über Gold: «An die Hände oder um den Hals, aber nicht ins Depot oder den Safe!» Doch nicht nur Anleger trennen sich von dem Edelmetall. Gemäss Zahlen des World Gold Council (WGC) haben die Zentralbanken um 17 Prozent weniger Gold in den ersten drei Quartalen gekauft.

Der Goldpreis hat sich aber trotz der Abflüsse stabilisiert:

Gegen den Trend schwimmt allerdings China. Hier wurden 780 Tonnen Gold gekauft. Das WGC erwartet für das Gesamtjahr Käufe in Höhe von über 1000 Tonnen. Dem Interesse trägt die ETF-Industrie Rechnung: E Fund Management Co Ltd hat den dritten Gold-ETF lanciert. Die ersten beiden Produkte HuaAn Gold ETF und Guotai Gold ETF haben bislang 1,6 Milliarden Yuan eingenommen.

Kaum an der Börse, schon im Hauptindex

Am 20. Dezember wird Facebook in den bekannten S&P-500-Index aufgenommen. Übrigens, wenn Sie meinen, der Dow Jones Industrial Index sei «der» US-Index, dann muss ich Sie enttäuschen. Nur einige Medienschaffende denken das, aber eigentlich ist der «Dow» ein schlechter Index. Darüber berichte ich Ende Jahr. Zurück zu Facebook.

Nach schon fast einem dramatischen Börsendebüt im Mai 2012 verlor das Unternehmen mehr als die Hälfte seines Marktwertes. In diesem Jahr ist der Kurs allerdings bereits um rund 100 Prozent hochgeschnellt. Das heisst auch, dass natürlich alle ETF auf den S&P-500 Index nun Facebook Aktien kaufen müssen. Wie das genau funktioniert, zeigen wir hier am Beispiel des SMI-Index – die Spur halten. Diese Anpassung hat jedoch einen geringen Einfluss auf die S&P-500 ETF. Auch die Sektorengewichtung wird sich kaum ändern. Denn Teradyne, der Titel der herausfällt,  ist ebenso ein Technologie-Unternehmen.

Anderer Zugang zu Schwellenländern

Die Aussichten für Schwellenländer haben sich nach den Verlusten 2013 gemäss Experten deutlich aufgehellt. Damit könnte sich das aktuelle Bild bald wandeln. Werfen Sie einen Blick auf die untenstehnde Grafik aus dem ETF Landscape von Blackrock (November 2013): Die Anlagekategorie Aktien-EmMas verzeichnete mit rund 10 Milliarden Dollar bis November 2013 nach Gold (-36 Milliarden Dollar) die grössten Abflüsse. 

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Anleger die nicht direkt in die Staaten investieren möchten, könnte sich schon bald eine Alternative bieten. Der Indexanbieter Stoxx hat den Stoxx Europe 600 EM Exposed Index lanciert. Die Benchmark umfasst umfasst 600 liquide europäischen Unternehmen, die einen substantiellen Teil ihres Umsatzes in den Emerging Markets erzielen.

Junge fliegen auf ETF


Gemäss einer Untersuchung von TD Ameritrade werden ETF vor allem von 26 bis 35jährigen Anlegern eingesetzt. 12,7 Prozent ihrer Investition sind in ETF angelegt. Mit dem Alter sinken aber die ETF-Investitionen. Handlungsbedarf? Ja, finde ich.

Und welche Produkte nun besonders für die jungen Anleger geeignet sind, hat das Forbes-Magazin zusammengefasst. ETF bieten nicht nur tiefe Kosten, sondern auch eine breite Diversifikation. Die Favoriten lauten: iShares S&P SmallCap 600 Value Index, iShares Russell 3000, Vanguard FTSE Emerging Markets ETF und iShares MSCI EAFE Growth.


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