ETF-Guru

Erleuchtendes vom ETF-Guru

ETF-Woche: Überflieger 2013, Schwarzmalerei zum Jahresauftakt, optimistische Prognosen und ETF-Auswahl leicht gemacht.

Willkommen beim 10×10 ETF-Guru. Auch im neuen Jahr werde ich wöchentlich das Geschehen rund um Exchange Traded Funds kommentieren. Mal mehr, mal weniger. Neues, Skurilles, Aussergewöhnliches und ganz Normales. Haben Sie Fragen oder Anregungen, ein paar spannende Neuigkeiten oder interessante Marktgerüchte, dann schreiben Sie mir.

Spannendes 2013

Das neue Jahr hat gerade erst begonnen, da ist es nicht nur Zeit den Blick nach vorne, sondern auch zurück zu werfen, auf die wichtigsten Entwicklungen und Ereignisse 2013. Denn das Jahr hatte Einiges zu bieten, beispielsweise die Übernahme der Credit Suisse ETF-Branche durch iShares, oder den allgemeinen Wandel im Markt hin zu physischen Produkten. Morningstar hat die wichtigsten Entwicklungen und Ereignisse zusammengefasst.

Zudem stellt sich auch immer die Frage welche Produkte nun wirklich die beste Performance erzielt haben. Absoluter Überflieger waren die USA, grösste Verluste verzeichnete Brasilien (in Dollar gerechnet).

Gold vermieste die Rendite

Der rasante Kurssturz des Goldpreises vermieste so manchem Anleger die Rendite, und zwar deftig. Auch Goldminen-Aktien erlebten definitiv kein gutes 2013. So stehen die zahlreichen Minien-ETF mit einem fetten Minus in vielen Depotauszügen schief in der Landschaft. Um mehr als die Hälfte haben die Werte der diversen Indexfonds auf Minen abgenommen.

ETF (in CHF gerechnet)
2013 %
ComStage NYSE Arca Gold Bugs -56.69
Lyxor UCITS ETF MSCI ACWI Gold -55.62
RBS Market Access NYSE Arca Gold Bugs -54.74
ETFX DAXglobal Gold Mining Fund -52.15
iShares Gold Producers UCITS ETF -52.06

Ob das nun Einstiegskurse sind, das sei dahingestellt. Glaubt man den Experten, dann gilt: Hände weg vom Gold.

Risiken, nichts als Risiken

Eine Runde Schwarzmalerei gibt es zum Jahresauftakt von der FAZ: Vorsicht bei Indexfonds. Darin werden Risiken der swapbasierten Produkte ebenso beleuchtet wie die Wertpapierleihe und das «gefährliche» Sampling. Dass diese Indexnachbildung aber durchaus Sinn hat und sonst die Kosten aus dem Ruder laufen würden, bleibt unter anderem völlig unbeachtet. Ebenfalls ausser Acht gelassen wird, dass die Wertpapierleihe auch bei aktiven Fonds gang und gäbe ist. Von den zahlreichen Vorteilen der Produkte ganz zu schweigen.

Exchange Traded Funds vs Stocks

Quelle: getmoneyrich.com

Wie entscheidend das Produktewissen ist, haben wir bereits (Wenn der Schein trügt) aufgezeigt.

Optimistische Prognosen

Die ETF-Branche hat ein weiteres Erfolgsjahr verzeichnet. Gemäss aktuellen ETF Landscape-Zahlen von Blackrock wurden 235,5 Milliarden Dollar in ETP investiert. Es ist erst das zweite Jahr in dem der Zufluss sich auf mehr als 200 Milliarden Dollar summierte. Der Blick auf 2012 zeigt, damals wurden 263 Milliarden investiert. Nimmt das Wachstum also ab? Dieses Urteil wäre zu voreilig, denn bei genauer Betrachtung zeigt sich, dass es einen «Übeltäter» für den Rückgang gibt: Gold. 40 Milliarden wurden im letzten Jahr aus Gold-ETP abgezogen. Enormer Beliebtheit erfreuten sich Aktien-ETP, 247,3 Milliarden flossen in die Produkte – ein neuer Rekordwert.

Einen Prognose für 2014 wagt eine Auswertung des Indexanbieters S&P Dow Jones Indices den Blick voraus. ETF sollen Hedgefonds, die in Bezug auf das verwaltete Vermögen die Nase vorn haben, 2014 ablösen.

Ende November waren bereits 2,4 Milliarden Dollar in ETF investiert, bei Hedgefonds waren es zum Ende des dritten Quartals knapp 2,5 Milliarden Dollar. Doch dieser Vergleich hinkt, denn Hedge-Funds sind eine Anlageklasse, ETF hingegen sind Anlageprodukte, die in unterschiedliche Vermögensklassen investieren.

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Quelle: fondsprofessionell.de

Dass der Markt aber weiter wachsen wird ist kein Geheimnis. Besonders Potenzial gibt es bei den Privatanlegern. Eine besondere Schwierigkeit ist für sie die Auswahl des richtigen Produkts. Tricks und Kniffe bei der ETF-Auswahl bietet einige Hilfestellungen. Einen möglichen Selektionsprozess zeigen auch die Vermögenspartner auf:

Ich finde diese augeführten Punkte allesamt wichtig und richtig. Doch an der Reihenfolge sehe ich die Qualität der Indexreplikation nicht auf dem 6. Rang, sondern an dritter Stelle. Schliesslich muss jeder ETF den Index möglichst exakt abbilden. Und über die Aussagekraft der Total Expense Ratio (TER) haben wir bei 10×10 schon oft berichtet. Ketzerisch gesagt, gleicht diese Kennzahl einer Mogelpackung. Denn nicht alle Kosten sind in dieser Kennzahl aufgeführt.


sentifi.com

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