Kolumne
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Christian Katz  CEO SIX Swiss Exchange

Liquidität ist der Schlüssel zum Erfolg

Das erste Halbjahr lief für die Schweizer Börse äusserst erfolgreich. Die Umsätze stiegen und das neue Segment für Sponsored Funds wurde eingeführt.

Die Schweizer Börse kann erfreut auf das erste Halbjahr zurückschauen. Nach einem umsatzmässig schwachen 2012 sind die Handelsvolumen in den ersten sechs Monaten des neuen  Jahres merklich angewachsen – insbesondere bei den ETF, deren Umsatzwachstum von 30 Prozent auf über 50 Milliarden Franken besonders deutlich spürbar war. Erfreulich war auch  der Zuwachs an neuen ETF mit 56 neu kotierten Produkten. Dem stehen rund zwei Dutzend Dekotierungen entgegen, die hauptsächlich durch die Straffung von Produktfamilien und die  Fokussierung der Anbieter auf die nachfragestärksten ETF ausgelöst wurden.

Die schöpferische Kraft des funktionierenden Marktes ist auch auf der Emittentenseite stark spürbar  gewesen. In einem grossen Konsolidierungsschritt hat BlackRock/ iShares die Übernahme der CS-ETF vollzogen und somit einen traditionsreichen Anbieter in unserem Markt absorbiert.  Wir gehen davon aus, dass wir in absehbarer Zukunft weitere Produktzusammenegungen und Anbieteranpassungen erleben.

Die schöpferische Kraft des funktionierenden Marktes ist ein passendes Stichwort. Einen solchen hat SIX Swiss Exchange für herkömmliche Anlagefonds geschaffen – mit dem Segment für Sponsored Funds. Seit März 2013 profitieren Investoren auch bei traditionellen Anlagefonds von einer kontinuierlichen Liquidität. Damit gehören einige Nachteile im Umgang mit  traditionellen Anlagefonds der Vergangenheit an.

Bislang wurden diese normalerweise im Primärmarkt gezeichnet beziehungsweise zurückgegeben und zum Net Asset Value (NAV)  abgerechnet. Der NAV war jedoch zum Zeitpunkt des Auftrags gar nicht bekannt, da die exakte Berechnung maximal einmal täglich stattfand. Ein Auftrag wurde bisher also bestenfalls am folgenden Tag, bei Eingang nach Ende der Annahmefrist sogar noch später ausgeführt. Im neuen Segment können Investoren rund 250 Anlagefonds von 60 verschiedenen Anbietern  handeln, für die kontinuierlich Kauf- und Verkaufspreise gestellt werden. Dabei handelt es sich vorwiegend um aktiv gemanagte Aktien- und Rohwaren-Fonds. Die Liquidität übernimmt  ein Market Maker (Julius Bär), der gegenüber der Börse Verpflichtungen eingeht wie beispielsweise die Einhaltung von Maximalspreads.

Wir erwarten sowohl auf der Seite der Sponsoren als auch bei der Anzahl Fonds in den nächsten Monaten Zuwachs. Erfreulich ist, dass es schon bei zwei Drittel aller Fonds Abschlüsse gab und diese von über 40 verschiedenen Börsenteilnehmern kamen. Daraus resultiert nach den ersten 4 Monaten ein Umsatz von knapp 80 Millionen Franken bei 700 Abschlüssen. Die neue Liquidität dürfte insbesondere bei volatilen Marktverhältnissen von Vorteil sein. Treten in Aktienmärkten Tagesbewegungen von 3-5 Prozent auf, hatte der Investor zum Beispiel bei einem Verkauf, falls seine Fondsanteile zu einem deutlich tieferen Preis zurückgenommen wurden, als dies bei Verkaufsentscheid der Fall war, das Nachsehen – nicht so bei den Sponsored Funds.

Aber auch Anleger, die nach dem Verkauf eine direkte Wiederanlage in Erwägung ziehen, wie bei der Umschichtung ihres Portfolios, profitieren von dem Segment. Denn mit einem  bekannten Verkaufspreis kann die Aufgabe leichter und effizienter vollzogen werden. Sowohl bei ETF wie auch im neuen Segment für Sponsored Funds sind Transparenz, eine neutrale  Marktüberwachung und die Gleichberechtigung der Marktakteure wesentliche Qualitätssiegel. Doch der Schlüssel zum Erfolg ist die Liquidität.


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